Messtechnik

Wie Radtrak3®-Radondetektoren funktionieren: die CR-39-Technologie von innen

Veröffentlicht am ·Radón Canarias
Wie Radtrak3®-Radondetektoren funktionieren: die CR-39-Technologie von innen

Ein kleines Gerät, eine große Wissenschaft

Wer zum ersten Mal einen Radtrak3®-Radondetektor in den Händen hält, ist meistens überrascht von seiner Größe: eine schwarze Plastikkapsel, die in die Handfläche passt, ohne Kabel, ohne Display, ohne Batterie. Man würde es nicht für ein Messgerät halten. Und doch verbirgt sich in diesem unscheinbaren Gehäuse eine der zuverlässigsten nuklearen Detektionstechnologien, die es gibt: der CR-39-Film.

Was sich in einem Radtrak3® befindet

Der Radtrak3®-Detektor, hergestellt von Radonova Laboratories, ist ein passives Messgerät vom Typ Alpha Track (Alphaspur-Detektor). Sein Inneres ist erstaunlich einfach und besteht aus zwei grundlegenden Elementen.

Das erste ist das antistatische Kunststoffgehäuse: eine kleine Kapsel aus einem speziellen Material, das dem Radongas den Einlass durch Diffusion ermöglicht, aber den Durchtritt von Staub und von Radon-Zerfallsprodukten, die bereits in der Außenluft vorhanden sind, verhindert. Dieses Gehäuse funktioniert als das, was technisch als Diffusionskammer bezeichnet wird.

Das zweite Element, und das eigentliche Herzstück des Detektors, ist der CR-39-Film: eine kleine, transparente Folie aus einem Polymer namens PADC (Polyallyldiglykol-Carbonat). Dieses Bauteil ist es, das die Anwesenheit von Radon in der Luft physisch registriert.

Es gibt keine Elektronik, keine Batterie, keine aktiven Bauteile. Der Detektor funktioniert vollständig passiv, was ihn unempfindlich gegenüber elektrischen Störungen, Stromausfällen und versehentlichen Manipulationen macht.

Das CR-39: ein Kunststoff mit Geschichte

Der Name CR-39 leitet sich von Columbia Resin #39 ab, der neununddreißigsten Harzformel, die in den Labors der Pittsburgh Plate Glass Company entwickelt wurde. Dieses Material wurde erstmals im Zweiten Weltkrieg in den Kraftstofftanks von Bombern eingesetzt, dank seiner Transparenz, Widerstandsfähigkeit und seines geringen Gewichts.

Im Laufe der Zeit wurde eine außergewöhnliche Eigenschaft dieses Polymers entdeckt: Wenn ein Alphateilchen durch seine Struktur dringt, bricht es die molekularen Bindungen des Kunststoffs und hinterlässt eine mikroskopisch kleine Schadensspur, die mit bloßem Auge unsichtbar, im Labor jedoch problemlos nachweisbar ist. Diese Eigenschaft machte das CR-39 zum weltweit meistgenutzten Festkörper-Kernspurdetektor (SSNTD).

CR-39-Filme für Radondetektoren: kleine transparente PADC-Polycarbonatfolien mit eingravierten Kennzeichnungen

Heute wird CR-39 neben der Radondetektion weiterhin in der persönlichen Strahlendosimetrie, in der Kernphysikforschung und sogar in der Herstellung hochwertiger ophthalmologischer Linsen eingesetzt.

Wie Radon registriert wird: die Alphaspuren

Der Detektionsprozess beruht auf der Physik des radioaktiven Zerfalls und verläuft in vier Phasen.

Alles beginnt damit, dass das in der Luft enthaltene Radon-222-Gas (²²²Rn) langsam durch das Gehäuse des Detektors diffundiert. Der Filter der Diffusionskammer lässt das Gas passieren, blockiert aber feste Partikel und die bereits in der Umgebungsluft vorhandenen Radon-Folgeprodukte.

Sobald die Radon-Atome in der Kammer sind, zerfallen sie spontan. In der Zerfallskette des Radon-222 werden energiereiche Alphateilchen (Heliumkerne) emittiert, sowohl vom Radon selbst als auch von seinen kurzlebigen Folgeprodukten: Polonium-218 (²¹⁸Po) und Polonium-214 (²¹⁴Po).

Jedes Alphateilchen, das auf den CR-39-Film trifft, bricht die chemischen Bindungen des Polymers entlang seiner Flugbahn und hinterlässt eine sogenannte latente Spur: einen mit bloßem Auge unsichtbaren Pfad aus molekularen Schäden.

Je höher die Radonkonzentration in der Umgebung und je länger der Detektor exponiert ist, desto mehr Spuren sammeln sich im Film an. Diese proportionale Beziehung zwischen Spuren und Exposition ist die Grundlage aller weiteren Berechnungen.

Die Auswertung im Labor: chemisches Ätzen

Wenn der Detektor nach der Expositionszeit (beim Radtrak3® zwischen 2 und 12 Monaten) ins Labor geschickt wird, beginnt ein faszinierender Prozess.

Chemisches Ätzen (Etching)

Der CR-39-Film wird in eine konzentrierte Natriumhydroxid-Lösung (NaOH) getaucht, typischerweise mit einer Konzentration von 6,25 N und bei einer Temperatur von 80 °C über mehrere Stunden. Diese alkalische Lösung greift das Polymer gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche an und löst es auf. In den Bereichen, wo die Alphateilchen latente Spuren hinterlassen haben, schreitet die Auflösung jedoch deutlich schneller voran, weil die molekularen Bindungen dort bereits gebrochen waren.

Das Ergebnis ist die Bildung kleiner kegelförmiger Vertiefungen, die unter dem Mikroskop auf der Filmoberfläche sichtbar sind. Jede Vertiefung entspricht dem Aufprall eines Alphateilchens.

Automatisierte Zählung

Nachdem der Film geätzt wurde, wird er mit einem hochauflösenden Bildscanner analysiert, der an ein Computersystem angeschlossen ist. Die Software identifiziert, zählt und klassifiziert die Spuren automatisch und filtert Unvollkommenheiten oder Artefakte heraus. Die Anzahl der Spuren ermöglicht es zusammen mit dem Volumen der Diffusionskammer und der Expositionsdauer, die mittlere Radonkonzentration während des Messzeitraums präzise zu berechnen, ausgedrückt in Bq/m³.

Wir empfehlen dieses Video von José Luis Gutiérrez Villanueva, Spezialist für Radonmessung bei Radonova, in dem die Funktionsweise von Alphaspur-Detektoren erklärt wird:

Warum der Radtrak3® und keine andere Methode

Die Alphaspur-Technologie auf CR-39-Basis hat spezifische Vorteile, die sie besonders gut für die Radonmessung in Wohngebäuden und am Arbeitsplatz geeignet machen.

Da er vollständig passiv arbeitet, benötigt der Radtrak3® weder Strom noch eine Batterie. Einmal aufgestellt, kann er vergessen werden. Gammastrahlungen und Umgebungsfeuchtigkeit beeinträchtigen ihn ebenfalls nicht, da CR-39 selektiv auf Alphateilchen reagiert und gegenüber anderen Strahlungsarten inert ist. Diese Robustheit macht ihn zu einem außergewöhnlich zuverlässigen Detektor in jeder Umgebung.

Seine Fähigkeit zur Langzeitmessung ist ein weiterer grundlegender Vorteil. Der Radtrak3® kann Spuren über einen Zeitraum von 2 bis 12 Monaten aufzeichnen, was es ermöglicht, einen echten Jahresdurchschnitt der Radonkonzentration zu ermitteln, genau das, was die spanischen Vorschriften verlangen. Der Messbereich reicht von 15 Bq/m³ bis 25.000 Bq/m³ bei Expositionszeiträumen von 3 Monaten und deckt sowohl niedrige Werte als auch Situationen mit hoher Konzentration ab.

Radonova Laboratories ist nach ISO/IEC 17025 akkreditiert und nimmt regelmäßig an internationalen Vergleichsmessungen teil, was die Rückverfolgbarkeit und Zuverlässigkeit jedes Ergebnisses gewährleistet. Und da es sich um ein Gerät ohne Elektronik handelt, ist seine Herstellung kostengünstig, was umfangreiche Messkampagnen zu einem erschwinglichen Preis ermöglicht.

Die Bedeutung der Langzeitmessung

Die Radonkonzentration in einem Innenraum schwankt im Laufe des Tages, der Woche und der Jahreszeiten erheblich. Faktoren wie Belüftung, Außentemperatur, Luftdruck und die Nutzung des Gebäudes beeinflussen die Werte direkt.

Aus diesem Grund legen sowohl die spanische Gesetzgebung (Real Decreto 1029/2022) als auch die Instrucción IS-47 des CSN fest, dass die Schätzung des Jahresmittelwerts auf Messungen von mindestens 3 Monaten Dauer basieren muss. Ein Detektor wie der Radtrak3®, der in der Lage ist, ein ganzes Jahr lang zu messen, liefert das genaueste mögliche Bild der tatsächlichen Exposition.

Ein passiver Alphaspur-Detektor wie der Radtrak3® misst die Radonkonzentration nicht in Echtzeit. Er erfasst die kumulierte Exposition über den gesamten Messzeitraum, und der Mittelwert wird erst im Labor berechnet. Genau das ist seine Stärke: Er liefert einen repräsentativen Wert, der nicht von kurzfristigen Spitzenwerten oder momentanen Bedingungen abhängt.

Zusammenfassung

Im Inneren eines Radtrak3® befindet sich im Wesentlichen eine kleine CR-39-Kunststofffolie, die von einem Gehäuse geschützt wird, das als Diffusionskammer fungiert. Die vom Radon und seinen Folgeprodukten emittierten Alphateilchen hinterlassen mikroskopische Spuren im Kunststoff, die anschließend durch chemisches Ätzen sichtbar gemacht und im Labor automatisch gezählt werden. Das Ergebnis ist eine präzise, zuverlässige und repräsentative Messung der mittleren Radonkonzentration über einen langen Zeitraum.

Es handelt sich um eine Technologie mit mehr als einem halben Jahrhundert Entwicklungsgeschichte, validiert durch Jahrzehnte wissenschaftlicher Forschung und Millionen von Messungen auf der ganzen Welt. Einfach im Konzept, präzise in der Ausführung.


Referenzen:

Radonova - El detector de radón CR-39: características y curiosidades

Radonova - The science behind alpha track radon detectors

Radonova Laboratories - Radtrak3®